Zivilcourage

Der Schauspieler Uwe Michael Wiebking beweist Zivilcourage 

Abgeschickt an das Wirtschaftsministerium in Hannover am 03.03.2007

Sehr geehrter Herr Petersen!
Sehr geehrter Herr Dr. Riemer-Streicher!

Ich wende mich an Sie, meine Herren, wegen der unendlich traurigen (Steuer) Geschichte des Herrn Lenniger. Eine Geschichte – sie wurde mir erst kürzlich bekannt durch eine Petition, die ich beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht hatte und die Herr Lenniger mitzeichnete –, die mich tief bewegt hat und die mich, je länger ich über diesen Fall nachdenke, unheimlich wütend macht!

Habe ich doch den Eindruck, dass hier ein wunderbarer Filmhandwerker und Künstler (ich kenne seine Filme (!) und das Metier u.a. in meiner Eigenschaft als Schauspieler und Sprecher für  Industrie- und Werbefilme!), der offensichtlich sein Metier beherrscht, ein Mann, der 31 Mal national wie international ausgezeichnet wurde, der allein 7 Mal das Filmprädikat „wertvoll“ der Filmbewertungsstelle Wiesbaden erhielt, durch Unkenntnis und Dilettantismus in Sachen Film, von einer Bundesbehörde langsam und durchschaubar fertig gemacht werden soll.

Anders ist es nicht zu erklären, dass das Finanzamt Cuxhaven den umfangreich ausgestatteten Schnittplatz inkl. der teuren, hochqualifizierten Technik nicht anerkennt und Herrn Lenniger als Hobbyfilmer disqualifiziert. Von der Aussage „am Schnittplatz von Herrn Lenniger würde ja nur ferngesehen (wegen der vielen Fernseher) mal ganz abgesehen.

Herr Dr. Riemer-Streicher und Herr Petersen, ich will Sie hier nicht langweilen mit Fakten, die Sie aus dem „Fall Lenniger“ ohnehin schon seit Jahren kennen! Ich bin aber der Meinung, dass hier unbedingt und schnellstens etwas unternommen werden muss! Für nahezu jeden Beruf gibt es Schiedsstellen, Verbände, Gutachter etc. Warum wendet man sich nicht an  solche Stellen, bemüht sich nicht um ein Gutachten, das den Fall Finanzamt Cuxhaven – Burkhard Lenniger prüft, sprechen doch die vielen Aufträge, Statements gestandener Dokumentaristen und Preise eine klare eigene Sprache!

Hier ist Willkür am Werk! Offensichtlich! Warum übergibt man den „Fall Lenniger“ nicht einem anderen Finanzamt?

Was wir Deutsche machen, machen wir ordentlich. Dieser Anspruch ist zutiefst deutsch und zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Geschichte, durch unser Leben. Machen wir Deutsche eine Revolution und wollen einen Bahnhof stürmen, lösen wir eine Bahnsteigkarte, wie schon Lenin zu spotten  wusste. Eine verbotene Montagsdemo melden wir trotzdem ordentlich an. Haben wir Probleme, fordern wir Verordnungen, Gesetze und  ordentliche Grundgesetzänderungen. Dieses urdeutsche Ordnungsgen liefert aber nicht nur Stoff für unsere Comedies, es verführt uns auch zu ordnungspolitischen Ideen, für die uns die Welt beneidet!

Dazu gehört auch, eine Sache ordentlich zu Ende zu bringen und das ist jetzt angesagt! Herr Lenniger dreht sich im Kreis, kann nur noch reagieren, wobei er das Agieren wieder ganz dringend brauchte. Sein Lebenselixier: hinaus in die Natur, Filme machen, zu unserer aller Freude. Bitte holen Sie ihn da raus meine Herren. Oder sollte es in Deutschland inzwischen wirklich so sein wie es Dr. Klaus-R. Wagner in seinem Buch „Die Praxis des Steuerprozesses“, NWB Berlin 2002, S. 161 Rn. 441, beschreibt:

„..bei den Finanzgerichten hat sich demnach eine rechtwidrige einseitige Rechtsprechungspraxis eingebürgert, die dann naturgemäß auch die entsprechende Missachtung der Gesetze durch die Finanzverwaltung zur Folge hat. Die Betroffenen werden von Finanzverwaltung und Justiz in die Irre geführt. Hierbei wird versucht, die Illusion eines rechtsstaatlichen Verfahrens zu vermitteln, wodurch den bei solchen Verfahrensmanipulationen weitgehend chancenlosen Betroffenen neben dem fiskalischen Schaden, wie im vorliegenden Fall, auch noch hohe Prozesskosten entstehen.” Zitatende.

In diesem Sinne bitte ich Sie: Unternehmen Sie etwas, meine Herren!

Mit freundlichen Grüßen
Uwe Michael Wiebking

*************************

Abgeschickt an Herrn Ministerpräsident Wulff am 12.04.2007

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

es ist schon erstaunlich, will heißen: ist nicht nach zu vollziehen, wie Sie versuchen das Problem Burkhard Lenniger nicht zur Kenntnis zu nehmen. Wie vor Ihren Augen ein erfolgreicher Unternehmer vom Finanzamt Cuxhaven und den Finanzgerichten in die Knie gezwungen werden soll.

Ihnen liegen inzwischen Unterlagen vor, die die ganze Bandbreite des Falles schildern und trotzdem unternehmen Sie nichts! Noch nicht mal eine Antwort auf meine Mail!

Das verstärkt natürlich das Klischee, das die meisten Menschen ohnehin von der Politik haben. Was muss denn noch passieren, damit Sie endlich tätig werden?

Müssen die Menschen aus dem Fenster springen und dabei zu Tode kommen damit man endlich mal aufschreckt? Müssen irgendwelche Dinge in die Luft fliegen, damit man endlich ein Ohr hat? Mein Gott, was ist los in Deutschland.

Christian Wulff, tun Sie etwas, kümmern Sie sich um den Fall, es ist Ihr Wahlkreis! Sie müssen es ja nicht persönlich machen, Sie haben doch dafür Ihre Zuarbeiter…

Für den Fall, dass Sie nun wirklich nicht wissen sollten um was es sich hier handelt und die Unterlagen an Sie verloren gegangen sind , fragen Sie doch einfach Ihre Kollegen David McAllister, Hans-Jürgen Klein, Lutz Stratmann, Dr. Riemer Streicher und Herrn Petersen. Übrigens gehen diese Herren - mit Ausnahme von Herrn Klein - ähnlich vor wie Sie: totschweigen, in Deckung gehen, es gibt Wichtigeres.

Ich denke, ich werde hierauf auch keine Antwort bekommen und der Fall Lenniger wird seitens der Politik weiterhin ignoriert werden. Sie werden sich aber nicht mehr herausreden können,  lieber Herr Ministerpräsident, sollte sich etwas ereignen, was uns allen nicht recht sein dürfte…

In diesem Sinne: tun Sie was Herr Ministerpräsident!

Mit freundlichen Grüßen
Uwe Michael Wiebking

*************************

Abgeschickt an Frau Ursula Peters am 06.05.2007

Sehr geehrte Ursula Peters,

der Website von Herrn Lenniger entnahm ich, dass Sie konstruktive Gespräche mit dem ausgezeichneten Filmemacher haben führen dürfen und sich von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit seiner - im wahrsten Sinne des Wortes - hervorragenden und preiswürdigen Arbeit haben überzeugen können.

Wozu diente sonst Ihr Besuch? Ihnen ist in dem Gespräch, spätestens aber in den Nachwirkungen Ihres Eindruck über das Gespräch, bewusst geworden, dass es nicht viele Filmemacher in Deutschland gibt mit diesem hohen professionellen Standard! Diesem Menschen will man jetzt an den Kragen!

Das ist nicht neu für Sie, ich weiß, aber ich wende mich an Sie, weil Sie einen persönlichen Eindruck bekommen konnten, den das Finanzamt Cuxhaven ja leider so nicht bekommen hat! Ich meine, es hätte ja jederzeit die Möglichkeit dazu haben können! Aber die Damen und Herren verfügen wahrscheinlich über eine Hellsichtigkeit die es Ihnen erlaubt - auf Grund ihrer besonderen Begabung eben - Dinge, Vorgänge, Notwendigkeiten aus ihrer Position in Cuxhaven heraus, zu deuten und fest zu schreiben, große Katastrophen damit anrichten, erfolgreiche Unternehmer in den Staub treten und letztlich auch für die gesamte Bundesrepublik einen wahnsinnigen Schaden anrichten.

Da wird großes kreatives Potenzial vernichtet..(hier sei noch einmal auf den Filmbericht verwiesen)…

Was mich nun besonders wundert (nein, nicht wirklich wundert, denn Menschen sind eben so) ist, dass alle Leute, die Herrn Lenniger bescheinigen, dass alles rechtens ist und man auch einhellig der Meinung ist, die da an der Küste sind im Unrecht und in den Kanon mit einfallen es müsste endlich was geschehen, sich letztlich als Waschlappen outen und auf Tauchstation gehen! Wobei Waschlappen - gelinde gesagt - noch ein harmloser Ausdruck ist für diese Lippenbekenntnisses die da “rüber kommen”.

Mein Gott, wo sind wir gelandet…. Ich nehme nun nicht wirklich an, dass die FDP sich für Burkhard Lenniger in die Brandung werfen wird, aber vielleicht - wahltaktisch zumindest macht sich das ganz gut im Moment - wären da noch ein paar Pluspunkte zu sammeln, wenn man sich die Elbvertiefung ansieht und was die Bürgerinitiativen dazu sagen, und die Filme die Herr Lenniger mit großem Sachverstand über das Problem gemacht hat…

Ja es lohnt sich Burkhard Lenniger ins Boot zu holen, glauben Sie mir, Frau Peters!

In diesem Sinne grüße ich Sie und wünschte mir, dass Sie sich der Sache annehmen. Offensichtlich sind die Herren dazu nicht in der Lage. Aber das ist ja nun auch wirklich keine Neuigkeit!

Uwe Michael Wiebking

*************************

Antworten hat der Schauspieler Uwe Michael Wiebking bisher keine bekommen…