Das öffentliche Ärgernis und die antibürokratische Sehnsucht

Aus Kardel, Das Öffentliche Ärgernis, Marva-Genf, 1976:

S. 138 ff: Bestrafte Arbeit: Das Steuerunrechtswesen

S. 157: Keine Statistik gibt Auskunft über Finanzamts-Verfolgte, die in den Selbstmord getrieben wurden. Wenn sie es geschafft haben, dann rühmen Fahnder sich der vermeintlich guten Tat. Ihre Unmenschlichkeit wird gelegentlich urkundlich wie im Freiburg des Jahres 1974: „Leichen sind Abfall im weitesten Sinne des Wortes und ihr Transport ist steuerpflichtig“. Wie viel Herzinfarkte Finanzämter auf dem Gewissen haben, das ist nur zu erahnen. Erwiesen ist jedoch, dass auch diese gemütvollen Beamten eine um etwa zehn Jahre höhere Lebenserwartung haben als ihre Kunden.

Steuerstreik, das war das Zauberwort, das im Frankreich des Jahres 1974 die streikenden Postbeamten an ihre Plätze zurückrief. Erst bei diesem Aufruf der Schaffenden begriffen die Briefsortierer in Paris, dass ihre Gehälter und Vergünstigungen in Gefahr gerieten.

Wenn die tatsächlichen Ausbeuter aller Arbeits- und Schaffenskraft, um mit Milovan Djilas zu sprechen, von der Bühne der Geschichte abtreten,  wird weniger Trauer über ihren Abgang herrschen als über den jeder anderen Klasse zuvor. Zitatende

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